75 JAHRE FUHRUNTERNEHMEN HERMANN SCHALK

Am 20. Februar 1940 bekommt der Arbeiter Hermann Schalk geb. 14.11.1911 damals wohnhaft am Marktplatz in Osterwanna die Genehmigung einen Fuhrbetrieb zu führen. Trotz der schweren Zeit, der Zweite Weltkrieg hat gerade begonnen, wagt Hermann Schalk den Weg in die Selbstständigkeit. Mit einem 20 PS starken Hanomag Trecker mit Anhänger beginnt sein Unternehmen. Im Kreis Land Hadeln und Landkreis Wesermünde transportiert er Kunstdünger, Torf, Sand, Baumaterialien (Kalksandsteine) sowie Haushaltswaren. Im Sommer 1941 erwirbt Hermann Schalk das landwirtschaftliche Anwesen von Martin Meier in Westerwanna an der Landesstraße. Neben dem Fuhrunternehmen betreibt er die kleine Landwirtschaft weiter. 
1942 wird Hermann Schalk in den Militärdienst eingezogen, in der Sowjetunion schwer verletzt und liegt lange Zeit im Krankenhaus in Wien. Nach seiner Rückkehr am Ende des Krieges kann er seinen Betrieb weiter bewirtschaften und nach und nach erweitert er sein Unternehmen, besonderen Aufschwung bekommt sein Unternehmen nach der Währungsreform. 1956 erwirbt er seinen ersten Lastwagen einen MAN und bereits zwei Jahre später folgt der zweite. Bei einigen größeren Bauprojekten nimmt er mit seinen Fahrzeugen teil z.B. Bau der Kreisstraße vom Hausbusch bis Ihlienworth (1958/59), Bau der Grundschule Wanna, Bau des Wasserwerkes in der Wingst usw. Zu dieser Zeit übernimmt die Firma auch den Winterdienst für die Straßenmeisterei Otterndorf. Unterstützt wird Hermann Schalk von seiner Ehefrau Hertha geb. 26.03.1916, die extra den LKW-Führerschein macht um den Lastwagen fahren zu dürfen. 
Im Februar 1970 heiratet die älteste der beiden gemeinsamen Töchter, Gisela Schalk geb. 05.08.1949, den Maschinenschlosser Wilfried Fastert geb. 23.01.1946 aus der Wingst. Wilfried Fastert arbeitet als gelernter Maschinenschlosser bei der Portland Zement Fabrik im Hemmoor. Die Tochter Gisela arbeitet auf der eigenen elterlichen Tankstelle sowie im Modehaus Schult. Im April 1970 steigt der Schwiegersohn Wilfried Fastert als Fahrer in den Fuhrbetrieb mit ein. Gegenüber vom Firmensitz bauen sich die beiden ihr Eigenheim und am 30.01.1973 und 03.11.1976 werden die beiden Töchter Anke und Heike geboren. 1979 hat das Unternehmen einen seiner schwersten Einsätze. Während der damaligen Schneekatastrophe arbeitet die Familie 10 Tage lang ohne Unterbrechung mit ihren Maschinen um Straßen und Wege von Schnee zu befreien. 

Am 01. April 1980 übergibt Hermann Schalk sein Unternehmen an seine Tochter Gisela und seinen Schwiegersohn Wilfried. Der Fuhrbetrieb wird langsam aber stetig vergrößert und modernisiert. Auf dem Betriebsgelände wird 1987/88 eine zweite Halle errichtet um die Fahrzeuge unterzustellen. Das Hauptgeschäft des Fuhrbetriebs ist und bleibt der Transport und Verkauf von Schüttgütern an Privatkunden und Baufirmen, Bagger- und Erdarbeiten, stellt Sandplatten für den Hausbau her und führt Transporte von Straßenbaumaschinen oder Hebebühnen aus. Selbst kleine Rückschläge wie im Schwerlastverkehr oder im Containerverkehr Fuß zu fassen, entmutigt die beiden nicht. Die Buchführung sowie die telefonische Auftragsannahme wird von Gisela übernommen und Wilfried sitzt selbst auf dem Lastwagen oder führt Baggerarbeiten durch. Durch die eigene Sandkuhle im Nachbarort Krempel ist das Unternehmen im Bereich Schüttgüter wettbewerbsfähig geblieben. Beide Töchter können mit kaufmännischen Berufen, Anke lernte Speditionskauffrau und Heike lernte Steuerfachangestellte, den Eltern schon früh unter die Arme greifen, sodass auch mal ferne Länder bereist werden können, während die Töchter den Betrieb als Urlaubsvertretung weiterführen. Im Jahre 1997 verstirbt Hermann Schalk und ein Jahr später seine Frau Hertha. 2004 heiraten beide Töchter und der Enkel Lukas wird im Oktober 2004 geboren. Im Jahre 2006 zieht das Ehepaar Gisela und Wilfried Fastert in ihr neues Eigenheim an der Landesstraße ein und die älteste Tochter Anke zieht mit ihrem Ehemann Nicki und dem Enkel Lukas in ihr Elternhaus im Kirchweg auf das Betriebsgelände. 

Anfang 2011 übernehmen Anke und Ihr Ehemann Nicki Rüther den elterlichen Fuhrbetrieb. Nicki hat eine abgeschlossene Kfz-Mechaniker-Ausbildung und fängt bereits 2010 als Kraftfahrer im Unternehmen an, um erste Erfahrungen zu sammeln. Nach der Übergabe des Betriebes steht Wilfried Fastert aber immer noch  mit Rat und Tat dem Unternehmen zur Seite und fährt noch so manche Sandtour oftmals mit Enkel Lukas an Bord, der auch schon großes Interesse an den Maschinen und dem Unternehmen hat. Der Betrieb hat sich mittlerweile auf fünf LKW´s (zwei Sattelzüge, ein Vierachs-, einen Dreiachs- und einen Zweiachs-LKW), zwei 18 to-Bagger, einen Minibagger und mehrere Radlader vergrößert. Möglich ist dies nur mit Hilfe eines guten Teams. Einer von ihnen ist Heiko Fehrs der bereits seit 1992 zum Schalk-Team dazugehört, er fährt Lastwagen und bedient die Bagger. Ein weiterer Mitarbeiter ist Udo Oellerich aus Neuhaus der das Team seit 2012 als Baggerfahrer verstärkt. Dietmar Kastulsky fährt seit 2013 und Simon Schulz seit 2014 im Unternehmen LKW. Weitere Unterstützung bekommt das Unternehmen von Hans-Hermann Hinck, der seit 2014 als Aushilfe Lastwagen fährt. Von April bis Oktober übernimmt Johann Rühs immer freitags in der Sandkuhle den Dienst auf dem Radlader um Selbstabholer zu beladen.